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Der kranke Mensch im Mittelpunkt – konstruktive Diskussion, statt emotionaler Debatte

Konstruktive Diskussion

Der kranke Mensch im Mittelpunkt

Gesundheit ist mehr als nur das Fehlen von Krankheiten und Gebrechen – unter dem Begriff versteht man einen Zustand von vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehen.  Aus diesem Grund sollten nicht alleine naturwissenschaftliche und medizinische Aspekte für eine konstruktive Diskussion betrachtet werden. Vielmehr ist es wünschenswert, dass auch psychologische, soziologische, ökonomische und ökologische Faktoren Berücksichtigung finden. Der Mensch sollte im Mittelpunkt stehen und ganzheitlich aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und behandelt werden. Dies entspricht auch der Gesundheitsdefinition der WHO (Weltgesundheitsbehörde).

Angriffe auf die Homöopathie

Kritische Diskussionen zu Themen wie Homöopathie und komplementären Behandlungsansätzen sind wünschenswert und notwendig, um Ansichten und Meinungen auszutauschen und im Dialog Übereinstimmungen erzielen zu können. Bei den gegenwärtigen Angriffen auf die Homöopathie scheint jedoch nicht der Mensch mit seinen Bedürfnissen im Fokus zu stehen. Es wirkt, als solle ein vermeintlicher Gegner geschlagen und die eigene Position gegenüber einem entgegengesetzten Standpunkt durchgesetzt und auf eine konstruktive Diskussion verzichtet werden.

Die Argumente, die für die Angriffe auf die Homöopathie genutzt werden, wirken weitgehend konstruiert: Es geht dabei nie inhaltlich um ein homöopathisches Arzneimittel. Von den Gegnern wird die Wirksamkeit der Homöopathie an sich nicht anerkannt, obwohl es zahlreiche Studien der Evidenzstufe 1a und 1b (beste Beweislage!) gibt, die eine therapeutische Wirksamkeit beweisen. Wird die Homöopathie in Frage gestellt, kann dies als Ignoranz oder bewusste Stimmungsmache angesehen werden, die das Ziel des kompletten Ausschlusses einer traditionellen Richtung der Medizin verfolgt – ein entweder-oder.

Die Bedeutung der integrativen Medizin für ein modernes Gesundheitssystem

Das Konzept der Integrativen Medizin umfasst eine begründete und nachvollziehbare Koexistenz von Paradigmen im Sinne unterschiedlicher Denk- und Praxisansätze. Seit einigen Jahrzehnten setzt sich weltweit die Erkenntnis durch, dass eine moderne Gesundheitsversorgung eine Integrative Medizin als Grundlage benötigt. Denn diese ermöglicht es Patienten mit einer Vielzahl an individuell unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Dem Leitbild der Integrativen Medizin (Traditionelle Medizin und Schulmedizin) folgend, treten Parteilichkeiten zwischen den einzelnen Richtungen in den Hintergrund. Zugunsten einer Integration, durch die ein unvoreingenommenes Ausschauhalten nach den besten Therapieansätzen für den jeweiligen Patienten möglich wird. In einer solchen medizinischen Praxis, die sich auf die ganze Person fokussiert, spielt die Bedeutung der Beziehung zwischen Arzt und Patient eine besondere Rolle. Gestützt auf Evidenz und alle angemessenen Behandlungsmöglichkeiten, können auf diese Art und Weise die bestmöglichen Ergebnisse erzielt werden. Zum Wohle des Patienten.

Die Beziehung zwischen Arzt und Patienten

Ärzte mit der Zusatzausbildung Homöopathie führen mit ihren Patienten ausführliche Gespräche, um das richtige homöopathische Arzneimittel zu finden. Ein intensiver Informationsaustausch, Zeit und Zuwendung spielen bei der Interaktion zwischen behandelndem Arzt und Patienten eine bedeutsame Rolle. Je nachdem wie der Patient von Seiten des Arztes informiert wird, kann auch bei konventionellen Behandlungsansätzen die Häufigkeit des Auftretens von Nebenwirkungen beeinflusst werden.

Prof. Jütte erklärt in einer Stellungnahme der deutschen Bundesärztekammer: „Die Arzt-Patienten-Interaktion ist ganz zentral. Mit seinem Verhalten kann der Arzt ungemein viel erreichen – mit Empathie, Vertrauen und dem therapeutischen Setting. All das muss stimmen, damit der Arzt mit seiner Maßnahme – auch wenn sie noch so evidenzbasiert sein mag – Erfolg haben kann. […] Es kommt also nicht selten vor, dass eine Maßnahme mit geringerer Evidenz effektiver ist, weil die Umstände besser passen und der Gesamteffekt damit größer wird.“

Anwendung von konventioneller Medizin und Homöopathie

Eine homöopathische Behandlung von Patienten, ist in Österreich ausschließlich Ärzten vorbehalten. Zahlreiche Mediziner haben eine Zusatzausbildung in Homöopathie, erworben über ein Diplom der (Akademie der Ärzte – einer Tochterorganisation der) Österreichischen Ärztekammer. Die Anwendung von Homöopathie und konventioneller Medizin steht hierbei nicht im Widerspruch – vielmehr können sich hier beide Behandlungsansätze gegenseitig ergänzen. Für die integrativ arbeitenden Mediziner ist die Homöopathie eine wertvolle Erweiterung des Arbeitsspektrums der Ärzte.

Für eine patientengerechte Versorgung ist Homöopathie von großer Bedeutung. Aufgrund unterschiedlicher Ideologien einen Streit vom Zaun zu brechen, ist nicht im Sinne der Patienten. Polemisch geführte Debatten können im schlimmsten Fall zur Verunsicherung kranker Menschen führen, ihnen das Vertrauen nehmen und heilende Effekte in schadende Nocebo-Effekte umkehren. Dies kann durch die Ideologie mancher Ärzte, aber auch durch negative Berichterstattung der Medien eintreffen. Hier sollte lieber eine konstruktive Diskussion im Sinne des Patientenwohls geführt werden.

Pluralismus in der Medizin

Komplementärmedizin (Traditionelle Medizin) genießt in der österreichischen Bevölkerung viel Vertrauen und erfreut sich großer Beliebtheit. Vertreter von konventionellen und komplementärmedizinischen (traditionellmedizinischen) Ansätzen sollen durchaus miteinander diskutieren. Der Dialog sollte jedoch auf einer Basis, die von gegenseitigem Respekt und einer Haltung des sowohl-als-auch getragen wird, stattfinden. Einen solchen Ansatz verfolgt auch die WHO, die ihre Mitgliederstaaten in ihrem Strategiepapier Traditional Medicine Strategy 2014-2023auffordert Komplementärmedizin in die jeweiligen nationalen Gesundheitssysteme aufzunehmen.

Bezüglich der Integrativen Medizin sollten alle Beteiligten die eigenen persönlichen und emotionalen Vorstellungen außen vor lassen. Sämtliche Blickwinkel zum Wohle aller Patienten, sowie eines modernen Gesundheitssystems, sollten sachlich berücksichtigt werden. Denn nur durch gemeinsamen medizinischen Fortschritt können Gesundheit und Wohlergehen gewahrt und der kranke Mensch in den Mittelpunkt gestellt werden.

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